Grundrissplanung

16 Feb Wie zeichne ich einen Raum – Teil 1

Egal ob Architekt, IT-Berater, Postbote oder Kassiererin – fast jeder von uns hat bereits einmal in seinem Leben einen Grundriss gezeichnet. Sei es um das Projekt den Bauherren zu präsentieren oder um beim schwedischen Möbelriesen eine Küche zu kaufen. Doch wie kann man sich an dieses Thema herantasten, wenn man kein Architekt ist und wer erklärt einem auf was man dabei achten sollte? Ich möchte mich im Folgenden mit genau dieser Frage beschäftigen.

„Wie zeichne ich einen Raum – Teil 1“ beschäftigt sich mit folgenden Themen:

  • Hilfsmittel
  • Räumliches Vorstellungsvermögen
  • Der Maßstab

 

Hilfsmittel

 

  • Papier: Besorgen Sie sich ausreichend großes Papier. Haben Sie vor einzelne Räume oder eine kleine Wohnung zu zeichnen, werden Sie – je nach Maßstab – mit A3 Blättern auskommen.
  • Bleistift(e): besorgen Sie sich einen handelsüblichen Bleistift (sollten Sie sich einen Bleistift in einem Fachgeschäft zulegen wählen Sie einen Bleistift der Stärke HB).
  • Lineal und Geodreieck: Das Lineal sollte nicht zu kurz sein (min. 20 cm). Superwichtig: Das Geodreieck, damit Ihre Zeichnung nicht windschief wird.
  • Zollstock: Ein Zollstock ist immernoch eine der besten Methoden um Maß zu nehmen.
  • Ebener Untergrund: Sorgen Sie dafür, dass Sie eine geeignete Zeichenfläche haben.
  • Gute Beleuchtung
  • Dreikant oder Taschenrechner
  • (Lasermessgerät: Wenn Sie vorhaben an diese Sache professionell heranzugehen und genauere Maße brauchen, können Sie sich außerdem ein Lasermessgerät zulegen. Ein solches Messgerät gibt es ab ca. 50,00 Euro aufwärts in jedem gut sortierten Baumarkt zu kaufen und sollte in keinem Heimwerkerkoffer fehlen.)

 

Räumliches Vorstellungsvermögen

 

Um eine Eignung einer Person zu einem (Innen-) Architekturstudium festzustellen, wird meist das räumliche Vorstellungsvermögen an erster Stelle genannt. Sicherlich kennen Sie Personen in Ihrem Umfeld die sehr stark visuell geprägt sind. Sie speichern Informationen quasi in Form von Bildern. Solche visuell geprägten Personen haben meist ein sehr gutes räumliches Vorstellungsvermögen. Wenn Sie einen Raum betrete,n können Sie sofort die Lage und Beziehung von Körpern zueinander und zum Raum einschätzen. Dies ist allerdings kein Hexenwerk, denn im Alltag würde keiner von uns ohne räumliches Vorstellungsvermögen zurechtkommen.

Um Ihre Sinne für das Zeichnen zu schärfen, möchte ich Sie bitten eine Übung zu machen. Legen Sie Papier und Stift in den Nebenraum und kehren Sie dann in den zu zeichnenden Raum zurück. Das Ziel der Übung ist es, eine Grundrissskizze aus dem Gedächtnis zu erstellen. Stellen Sie sich einen Timer von ca. 30 Sekunden und versuchen Sie sich nach dem Start so viel wie möglich von dem Raum zu merken. Ob Sie dabei durch den Raum gehen oder sich in dessen Mitte auf den Boden setzen, bleibt Ihnen überlassen. Verlassen Sie nach den 30 Sekunden den Raum und beginnen Sie zu zeichnen, was Sie behalten konnten. Zeichnen Sie die Umrisse des Raums. Zeichnen Sie Fenster-, Möbel- und Türpositionen. Zeichnen Sie, wo eine Heizung steht. Zeichnen Sie, in welche Richtung die Türen aufgehen. Haben Ihre Fenster Fensterbänke, die in den Raum ragen? Wenn Sie der Meinung sind, alles gezeichnet zu haben überprüfen Sie Ihre Zeichnung, indem Sie sie mit dem Raum abgleichen.

Bitte bedenken Sie:

 

Je besser Sie den Raum kennen, den Sie zeichnen wollen, desto weniger Fehler werden Ihnen unterlaufen. Nehmen Sie sich die Zeit und sehen Sie sich genau um. Ein Raum besteht nicht nur aus Boden, Decke und Wand.

Der Maßstab

 

Um eine Zeichnung zu erstellen, mit der man im Nachhinein auch etwas anfangen kann, sollte man sich die Frage stelle,n ob man die Zeichnung in einem Maßstab erstellen möchte oder nicht. Der Vorteil einer Zeichnung im Maßstab ist, dass man die Größenverhältnisse auf dem Papier nicht verfälscht und somit immer Größenbezüge im Raum und zu z.B. Möbelteilen herstellen kann. Der Nachteil ist, dass Sie rechnen müssen, wenn Sie keinen Dreikant zur Hand haben. Für alle die mit dem Wort Maßstab nicht viel anfangen können möchte ich dieses Thema hier etwas näher erläutern.

Etwas im Maßstab zu zeichnen bedeutet eigentlich nur, dass man die Abbildung auf dem Papier verkleinert (vergrößert), um sich die Darstellung zu vereinfachen. Der Maßstab 1:1 (gesprochen 1 zu 1) ist der Ausgangspunkt, also die Originalgröße. Wenn Sie etwas im Maßstab 1:20 zeichnen wollen, bedeutet dies, dass die Zeichnung 20 Mal kleiner ist als das Original. 1 cm in der Zeichnung stellen 20 cm des Originals dar. Ebenso verhält es sich mit allen anderen üblichen Maßstäben. Um sich das Zeichnen im Maßstab zu vereinfache,n gibt es den Dreikant. Auf diesem sind Lineale in den gängigen Maßstäben angegeben. Ansonsten gilt es, zu rechnen. Bedenken Sie immer die gleiche Einheit zu verwenden.

Hier ein Beispiel für die Berechnung:

 

Nehmen wir an, dass die Wand die Sie im Grundriss zeichnen wollen, 600 cm lang ist und Sie möchten dies im Maßstab 1:50 darstellen.

Rechnen Sie wie folgt: 600 cm : 50/1 = 12 cm

600 cm (6 m) im Maßstab 1:50 sind also 12 cm in der Zeichnung.

Für andere Maßstäbe ersetzen Sie einfach die 50 durch z.B. 10, 20 …

Um herauszufinden welchen Maßstab Sie für Ihre Zeichnung verwenden sollten berechnen Sie einfach die längste Wand in den verschiedenen Maßstäben und entscheiden Sie sich dann für den der auf Ihr Papier passt, ohne das es eng zu werden droht.

Hier eine Liste mit den verschiedenen Maßstäben und wofür Sie in der Regel genutzt werden:

 

  • M. 1:200 Vorentwurfspläne
  • M. 1:100 Dieser Maßstab ist für Übersichtspläne geeignet.
  • M. 1:50 Dieser Maßstab ist für eine grobe Einrichtungsplanung geeignet.
  • M. 1:20 Detaillierte Einrichtungsplanung.
  • M. 1:10 / M. 1:5 / M. 1:2 Details

 

Hier folgt demnächst der Link zu Wie zeichne ich einen Raum – Teil 2.

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